CULT-Magazin, Ausgabe Dez 2008
Patapan – die Spielleute der Churpfalz – das sind Nina
Schöne, Wolfgang Tobian und Roland Preuss als echte Kurpfälzer, während die
beiden anderen Protagonisten Achim Frank und Erwin Holzer dem Kraichgau
entstammen. Den Bandnamen liehen sich die Fünf von einer Komposition namens
„Pat a pan“ des französischen
Komponisten Bernard de la
Monnoye, (1641-1728). Dieser Titel
findet sich auch als „Opening“ auf der
neuen CD, mit Nina´s folkig angehauchter Stimme in einer (allerdings)
englischsprachigen Interpretation. Als Titel 2 folgt ein altes deutsches
Volkslied, das Goethe 1771 in Straßburg aufgezeichnet hat: „Drei Junggesellen“.
Ein junger Bursche (Gesang: Achim) brüstet sich über eine zugesagte
Liebensnacht. Das Mädchen (Gesang: Nina) weist ihn jedoch zurück. Der Erzähler
(Gesang: Erwin) führt durch die Ballade. Der dritte Titel: „Kol dodi“ ist eine
archaische, 3000 Jahre alte Melodie aus dem hebräischen Raum. Bei dem
nachfolgenden, von Nina gesungenen Lied „Porque Ilorax“, handelt es sich um
sephardische Klageweise des spanischen Mittelalters, stilvoll interpretiert mit
Cister und Lyra. Magie und Zauber alter
Tanzweisen sind heute noch in den Melodien der keltischen Bretonen
nachzuempfinden. „Bale ar zon“, ein An
Dro, ist ein solches Stück, bei dem man nicht ruhig sitzen bleiben kann und
sich das Tanzbein von alleine hebt. Der musikalische Höhepunkt der CD ist
sicherlich das um 1740 in England entstandene Liebenslied „A maid in Bedlam“,
gesungen von Nina, die auch die Tin Whistle spielt. Ergänzt wird die CD durch
zwei von Erwin gesungenen Liedern aus der Landsknechtszeit: „Wer jetzig Zeiten
leben will“ und „Der Schwartenhals“ sowie zwei variationsreich arrangierte
Tanzweisen, „Courres Bregado“ und der „Krummhorntanz“.
Einen
fulminanten Schlusspunkt setzt schließlich die Eigenkomposition „Mundus vult
decipi“ von Achim Frank und Roland Preuss in einer neuen Version im 6/8
Rhythmus. Alles in allem stellt die neue CD von „Patapan“ eine gelungene
Kombination aus Liedern und Tänzen verschiedener Traditionen und Zeiten dar.
Folker, Ausgabe 06/2008
Was
draufsteht, ist drin: Spielmannsmusik aus der Churpfalz. Seit 1989 musiziert
die Gruppe auf Stadt- und Burgfesten sowie weiteren mittelalterlichen
Veranstaltungen. Die Musik ist meist traditionell, angelehnt an das
Siebziger-Folkrevival („Drei Junggesellen“, „Schwartenhals“, „Wer jetzig Zeiten
leben will“…